
„Vom Weltall aus gesehen ist der Planet ein blauer.
Vom Weltall aus gesehen ist der Planet die Welt des Wals.
Und nicht des Menschen.“ (Seite 11, Heathcote Williams, Kontinent der Wale)
Fabian Ritter erzählt in seinem Buch im ersten Teil von körperlichen Aspekten des Lebens von Walen im Meer – wie sie sich orientieren, welche Sinne sie nutzen, wie sie kommunizieren und wie sie mit dem Leben im Ozean umgehen.
Im zweiten Teil berichtet Ritter von den geistigen Leistungen von Walen, von ihrem Denken und der Wichtigkeit von Lernen und Spielen.
Im Teil 3 des Buches geht es um Emotionen, im vierten Teil um die Beziehung zwischen Walen und Menschen. Und am Ende bietet Ritter eine Zukunftsperspektive.
Dieses Buch liest sich sehr unterhaltsam und wurde aus der Perspektive von Walen geschrieben, was erstaunlich gut funktioniert, überzeugend wirkt und stimmungsvoll ist.
Das Ganze ist aber nicht nur unterhaltsam, sondern auch gut verständlich. Der Autor bietet viele Informationen, und dennoch liest sich das Buch nicht wie ein ganz normales Sachbuch, ist kein bisschen trocken, sondern macht eher einen romanhaften Eindruck.
Ich habe hier sehr viel gelernt und dabei sehr atmosphärische und lebendige Schilderungen gelesen. Beim Lesen war ich fast mit dabei, wenn die Wale durch den Ozean ziehen.
Ich fand nicht alle Kapitel gleich spannend, aber ich denke, das ist normal. Besonders berührt war ich von dem Kapitel über Gefangennahme – wenn man nach dem Lesen dieses Kapitels immer noch zu Delfinshows gehen kann, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.
Fabian Ritter: Wir Wale. Die Welt der Meeressäuger durch ihre Augen. Wie sie leben, lieben, lernen. Penguin Verlag, 2025, 400 Seiten; 29 Euro.