Erzählen, was ist von Katrin Eigendorf (Hörbuch)

„Ich wollte, dass du siehst, was echter Mut ist, anstatt die Vorstellung zu bekommen, dass Mut ein Mann mit einer Waffe in der Hand ist. Es ist, wenn du weißt, dass du schon verloren hast, bevor du anfängst, aber trotzdem anfängst und es durchziehst, egal was passiert.“ (Track 3, Harper Lee, Wer die Nachtigall stört)

In Erzählen, was ist berichtet die Autorin davon, wie ihre eigene Lebensgeschichte die Art und Weise, wie sie die Welt sieht, geprägt hat. Sie berichtet von ihrer Familie und deren Einstellungen zur Politik.

Im Verlauf geht Katrin Eigendorf näher ein auf Kriegsverbrechen und Massengräber, Autokratie und Demokratie, Taliban und Frauenrechte, Russland und das Ende des Kalten Krieges, Partnerschaft und die Geburt ihres Sohnes, Ägypten und den arabischen Frühling, Israel und Palästina.

Ich habe dieses Hörbuch sehr gerne gehört. Es setzt sich auf komplexe Weise mit Ereignissen der Weltpolitik auseinander, ermöglicht eine komplexe Betrachtung des Weltgeschehens, stellt Einzelschicksale vor, beschreibt konkrete Situationen und Personen. Eigendorf gibt so ihren Schilderungen viel Lebendigkeit und Authentizität.

Sie erzählt in ihrem Hörbuch vom Beenden der Bombardierung des Irans im Jahr 2025. Ich habe genau diese Passage am Tag des Angriffs der USA auf den Iran im Jahre 2026 gehört, was sich recht gespenstisch angefühlt hat.

Die Autorinnenlesung hat mir sehr gut gefallen, und alles in allem kann ich dieses Buch und Hörbuch jedem empfehlen, der sich mehr mit Politik befassen möchte.

Katrin Eigendorf: Erzählen, was ist. Berichten am Limit in einer Zeit der Kriege. Ungekürzte Autorinnenlesung. Argon Verlag, 2026; 15,95 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!