
„In dem endlosen Fluss der Zeit, der alles mit sich mitreißt, sind Erinnerungen die Steine im Flussbett… das, was aus den Fluten ragt, was übrig bleibt. Die glitschigen Steine, über die wir zurückspringen können…“ (Seite 2)
Tobi Dahmen erzählt vom Geburtshaus seines Vaters in der Columbusstraße im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel. Er berichtet von Gestapo und Antisemitismus, erstarkendem Nationalsozialismus, dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, von Bombenangriffen, Russlandfeldzug, Hunger, Krankheiten und Holocaust.
Im Vorsatz finden sich die Stammbäume der Familie Dahmen und Funke, die etwas bei der Orientierung helfen.
Ich interessiere mich für das Dritte Reich und mag Graphic Novels sehr gern. Ich bin trotzdem nicht gut in dieses Buch hineingekommen, und es hat mich über weite Strecken hinweg anfangs nicht wirklich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Im Verlauf fand ich die Graphic Novel durchaus bewegend, informativ und dazu gespenstisch und düster gezeichnet. Das hat mir gut gefallen, und ich fand die Einblicke in die Familie und in die deutsche Geschichte spannend und stimmungsvoll. Trotzdem ist der Funke nicht richtig übergesprungen.
Tobi Dahmen: Columbusstraße. Eine Familiengeschichte 1935 – 1945. Carlsen, 2024, 528 Seiten; 40 Euro.