Am seidenen Faden. K2 und andere Grenzerfahrungen von Hans Kammerlander

„Glück. Ich empfand einen dieser kostbaren Momente des Glücks. Es ist schwer zu beschreiben, was wirklich in mir vorging. Ich spürte die Erleichterung, physisch wie psychisch. Das Brennen in den Muskeln ließ nach, die Atemfrequenz senkte sich, und der Puls wurde wieder normal. Mein Kopf sagte mir: Endlich! Endlich angekommen!“

Hans Kammerlander beschreibt in Am seidenen Faden seinen langen Weg zum Gipfel des K2. Zwischen den Berichten über seine Besteigungsversuche des zweithöchsten Berges der Welt erzählt er von anderen Abenteuern auf den 8000ern sowie von Expeditionen in den Alpen und zum Cerro Torre.

Am seidenen Faden war mein erstes Buch von Hans Kammerlander, ich hatte vor der Lektüre aber bereits mehrere Bücher über Höhenbergsteigen gelesen.

Mir hat Kammerlanders Art des Erzählens sehr gefallen; er berichtet spannend und unterhaltsam, mit Humor, sehr sympathisch, offen und selbstkritisch von seinen Erfahrungen, weckt Interesse, macht neugierig auf den Verlauf der einzelnen Expeditionen. Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen Abbildungen (sehr viele in s/w, einige in Farbe), die Karte vom Karakorum, die Skizze der Südwand des K2 mit den verschiedenen Routen sowie die Auflistung der K2-Bergsteiger von der Erstbesteigung durch Compagnoni und Lacedelli im Jahre 1954 bis zum Redaktionsschluss des Buches im Winter 2003/2004.

Von Kammerlanders K2-Besteigungsversuchen wird dabei so fesselnd erzählt, dass man bei seinem Gipfelsieg so überwältigt ist und von seinem Bericht so mitgerissen wird, dass sich bei mir regelrecht Glücksgefühle einstellten, als er bei seinem 5. Versuch endlich auf dem Gipfel des K2 steht.

Am seidenen Faden war sicherlich nicht mein letztes Buch von Hans Kammerlander. Ich bin begeistert von diesem großartigen Erzähler, seinen Grenzerfahrungen und seinen Leistungen!

Hans Kammerlander: Am seidenen Faden. K2 und andere Grenzerfahrungen. Piper, 2005, 368 Seiten; 14 Euro.

Dieser Post ist Teil des Berge-Monatsthemas im Januar 2019.

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