Tête-à-Tête mit einer Schildkröte von Sy Montgomery

„Die Schildkröten geben mir einen Grund, jeden Morgen aufzustehen.“ (Seite 22)

Natasha und Alexia retten verletzte Schildkröten bzw. unterstützen diese beim Überqueren von Straßen. Sie überlegen, was sie tun können, um den vielen Schildkröten zu helfen, und leben bald darauf mit 75 geretteten Schildkröten in einer Zwei‑Zimmer‑Wohnung in Massachusetts.

Sy Montgomery erzählt in ihrem Buch von der Turtle Rescue League, von Haltung und Zucht, Intelligenz, Mythologie, Verletzungen und Heilungsprozessen, Geburt und Tod, Land- und Meeresschildkröten.

Ich habe bereits Rendezvous mit einem Oktopus und Das Geschenk des Kolibris von Montgomery gelesen und war von beiden Büchern sehr begeistert. Mit Schildkröten habe ich mich bisher nur wenig beschäftigt, war aber gespannt auf das Buch und habe beim Einstieg ins Buch sehr oft gelächelt und gestaunt, war traurig und bewegt und hatte viel Freude beim Lesen.

Das Buch zeigt, wie erstaunlich Schildkröten sind, und die Beschreibungen Montgomerys haben mich sehr fasziniert. Ich habe hier viel Neues erfahren und betrachte Schildkröten nun mit ganz anderen Augen.

Im Gegensatz zum wirklich wundervollen Kolibri‑Buch und dem spannenden Oktopus‑Buch hatte ich bei Tête-à-Tête mit einer Schildkröte im Verlauf jedoch öfters das Gefühl, dass es hier zu viele Längen gibt, und das Tempo war mir bisweilen etwas zu gemächlich, was möglicherweise zu einem Buch über Schildkröten passt, was mich aber nicht durchweg fesseln konnte.

„Eine Schildkröte, die vor Kurzem im Alter von 288 Jahren gestorben ist, lebte schon, als George Washington geboren wurde, als Häuser noch mit Kerzen beleuchtet wurden, die Medizin hauptsächlich aus Einläufen und Aderlässen bestand und Geisteskrankheiten mit Pulver aus Elchhufen behandelt wurden.“ (Seite 27)

Sy Montgomery: Tête-à-Tête mit einer Schildkröte. Übersetzung von Stefanie Schäfer. Diogenes, 2025, 432 Seiten; 26 Seiten.

Dazu hab ich auch was zu sagen!