
„Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland möglich geworden ist.“ (Seite 32)
Wir befinden uns im Jahre 1989, und der US-Amerikaner Tom, der gerade erst aus China zurückgekehrt und von Zahnschmerzen geplagt ist, reist in die DDR und soll von den Unruhen im Land berichten.
In der Graphic Novel wird schließlich die Geschichte vom Untergang der DDR erzählt, die Tom vor Ort miterlebt.
Ich bin ein Kind der DDR, habe die letzten Tage der Diktatur, den Mauerfall und die Wiedervereinigung hautnah erfahren und habe noch sehr lebendige Erinnerungen an diese Zeit des Umbruchs.
In dieser Graphic Novel habe ich trotzdem dazugelernt, wurde in die Zeit des Sommers und Herbstes 1989 versetzt und habe mich an eigene Erfahrungen und Erlebnisse des Jahres 1989 erinnert.
Anfangs fiel es mir etwas schwer, in die Graphic Novel hineinzufinden, doch irgendwann war ich restlos begeistert und gefesselt von der Geschichte.
Besonders toll habe ich dabei die letzten Seiten mit dem Notizbuch von Tom Sandman gefunden, in dem man unzählige Informationen zur politischen Situation findet, die ich bisher teilweise noch nicht kannte. Auch die kleinen Zeichnungen und den generellen Einblick in seine Aufzeichnungen fand ich sehr gelungen.
Diese Graphic Novel vermittelt auf ebenso lehrreiche wie stimmungsvolle Weise, wie sich der Fall der Mauer zugetragen hat, was vorher und nachher passiert ist.
Max Mönch, Alexander Lahl und Kitty Kahane: Treibsand. Eine Graphic Novel aus den letzten Tagen der DDR. Koloriert von Dominique André Kahane. Metrolit Verlag, 2014, 180 Seiten; vergriffen (antiquarisch erhältlich).