Die Riesinnen von Hannah Häffner (Hörbuch)

„Die Menschen beklagen die Toten, die Lücken, die sie lassen, und ziehen nicht in Betracht, dass vielleicht gerade diese eine Lücke so gedacht und gewollt war, dass die Welt erst mit dieser Lücke wieder ganz ist.“ (Track 25)

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald. Hier leben drei große, dünne Frauen, die nicht recht in die Dorfgemeinschaft passen.

Da ist zum einen Liese, die nach dem Tod ihres Mannes die Metzgerei im Ort führt. Da ist zum anderen Lieses Tochter Cora, die von der Mutter geliebt und vom Vater geschlagen wird, früh selbst ein Kind bekommt. Und da ist Eva, Coras Tochter, die den Wald liebt.

Der Roman erzählt von Lieses, Coras und Evas Leben, von ihren Beziehungen zueinander und zu anderen, von ihren Kämpfen und ihren Sehnsüchten.

Ich empfand diesen Roman als extrem sprachgewaltig. Das Dorf und die Personen entstehen direkt beim Einstieg in den Roman vor dem inneren Auge: Liese mit ihrem rostblonden krausen Haar und ihrer hellen Haut, zuckende Blitze, prasselnder Regen.

Auch im Verlauf ist Die Riesinnen atmosphärisch, fesselnd und wird zudem eindringlich von Jördis Triebel eingelesen.

Ich habe hier sehr gerne gelauscht und habe diese drei Frauen durchs Leben begleitet, die so besondere Charaktere sind, so willensstark und so menschlich.

Hannah Häffner: Die Riesinnen. Ungekürzte Lesung von Jördis Triebel. der Hörverlag, 2026; 21,95 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!