Tokyo. Schwarzer Sommer. Thriller von Tokuro Nukui

„Bis ans Ende seiner Tage würde er nun niemanden mehr um Hilfe bitten können.“ (Seite 8)

Japan im Jahre 1990: Im Flussbett des Asakawa in der Stadt Hino wurde ein Kleidungsstück gefunden, das wahrscheinlich der 6-jährigen Naomi Saitō gehörte, die einen Monat zuvor spurlos verschwunden ist.

Kurz darauf wird ihre Leiche gefunden: nackt, in einem schwarzen Plastikmüllsack und im fortgeschrittenen Verwesungszustand.

Die Suche nach dem Täter läuft auf Hochtouren, denn zwei Monate vor Naomi ist bereits ein anderes Mädchen, Yukiho Kagawa, in der Stadt Higashikurume spurlos verschwunden.

Die Polizei hofft, Yukiho noch lebend finden und weitere ähnliche Verbrechen verhindern zu können.

Tokyo. Schwarzer Sommer erschien bereits 1993 in Japan und liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Ich mag Literatur aus Japan sehr gern und war deshalb sehr neugierig auf diesen Roman.

Hier ist mir bereits das Äußere des Buches positiv ins Auge gestochen, denn dieses Buch ist mit dem schwarzen Schnitt und dem gelben Schriftzug ein absoluter Blickfang.

Ich habe anfangs nicht so richtig in diesen Roman hineingefunden, obwohl sich das Buch durchaus gut angelesen hat. Es ist in anspruchsvoller Sprache geschrieben und stimmungsvoll, die zahlreichen Figuren, die eingeführt werden, haben mir die Lektüre aber etwas erschwert. Mit dem Fund des Mädchens hat mich der Thriller wirklich packen können, doch diese steile Spannungskurve hat nicht lange angehalten, und ich empfand das Buch im Verlauf immer wieder als langatmig, obwohl es auch immer wieder gute und spannende Passagen aufwies, die mich begeistert haben.

Am Ende ist es aber leider so, dass mich der Roman nicht wirklich gefangen genommen hat und mir die vielen langatmigen Passagen die Lektüre einfach schwer gemacht haben.

Tokuro Nukui: Tokyo. Schwarzer Sommer. Thriller Aus dem Japanischen von Heike Patzschke. Lübbe, 2026, 480 Seiten; 22 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!