
„Hoffnung ist ein brüchiger Rettungsanker für jene, die sich nach Liebe sehnen.“
Die Autorin Katie wird entführt und wacht schließlich auf einem Dachboden auf. Sie findet dort einen Briefumschlag und liest eine Nachricht von ihrem Entführer, der ihr Gedichte schreibt und von ihr verlangt, Märchen im Stil der Gebrüder Grimm zu erfinden, die er dann in die Tat umsetzen will.
Die Botschaft des Entführers ist klar: Entweder Katie schreibt die Märchen und opfert andere Personen, oder sie selbst muss sterben. Katie beschließt, ihr eigenes Leben zu retten und damit andere Frauen und Männer zum Opfer zu machen.
Detective Inspector Lyla Rondell ermittelt in dem Fall und muss zudem ihre eigene tragische Geschichte verarbeiten, denn vor 25 Jahren ist ihre beste Freundin Allison spurlos verschwunden, und auch hier gab es eine Parallele zu einem Märchen der Gebrüder Grimm.
Ich habe als Kind die Märchen der Gebrüder Grimm geliebt und kenne sie deshalb sehr gut. Der Plot des Thrillers klang deshalb sehr spannend für mich, und ich habe mich auf die Lektüre wirklich gefreut, obwohl ich nur selten Thriller lese.
Ich habe diesen Thriller auf einer längeren Zugfahrt gelesen und empfand ihn anfangs als spannend und unterhaltsam, obwohl die Gedichte, die der Entführer – genannt Wolf – schreibt, recht simpel sind und ich sie eher etwas peinlich fand.
Im Verlauf ist der Thriller oft recht brutal und teilweise wirklich ekelhaft. Das passt natürlich gut zu den Grimms-Märchen, die ebenfalls sehr blutrünstig sein können. Dennoch empfand ich dies bisweilen als etwas unnötig brutal.
Die von Katie neu erzählten Märchen fand ich oft recht langweilig und nicht sonderlich spannend zu lesen. Auch den Plottwist im zweiten Teil fand ich sehr sonderbar. Das Buch hat mir ab diesem Moment nicht mehr gefallen, sodass ich mich regelrecht durchgequält habe.
Am Ende interessierte mich nicht einmal mehr, wie die Geschichte ausgeht, weil ich alles als extrem hanebüchen empfunden habe.
Nach der Lektüre habe ich mich richtig geärgert, so viel Lebenszeit an diesen Thriller verschwendet zu haben, der so spannend begann und im Verlauf immer sonderbarer wurde.
Alexandra Benedict: Böser, böser Wolf. Thriller. Übersetzung von Henning Ahrens. Tropen, 2026, 368 Seiten; 17 Euro.