Sisi von Karen Duve

„Die englische Fuchsjagd ist die waghalsigste aller überflüssigen Aktivitäten. Man reitet in einem ähnlichen Tempo wie bei einem Pferderennen, nur dass es querfeldein und über Hecken und Gräben geht.“

Wien in den 1870er Jahren: Karen Duve erzählt aus dem Leben von Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, genannt Sisi. Sie berichtet von Sisis Begeisterung für die Jagd, für ihre Haare und für Pferde, von ihrer Beziehung zu Kaiser Franz Joseph und von Beziehungen zu verschiedenen Männern und Frauen der Zeit.

Ich habe diesen Roman in Wien gelesen und hatte mich sehr auf die Lektüre gefreut, zumal ich den Einstieg mit der Fuchsjagd als sehr lebendig und bildhaft empfand.

Beim Lesen hatte ich anfangs immer wieder Romy Schneider vor Augen, auch wenn ich weiß, dass die Sissi-Filme die Kaiserin sehr verklärt haben und nicht die Realität widerspiegeln. In diesem Roman empfand ich Sisi und Franz Joseph als unsympathisch, so wie ich die meisten Figuren wenig angenehm fand. Dennoch habe ich dieses Buch anfangs sehr gerne gelesen, fand es unterhaltsam und flüssig geschrieben.

Mit der Zeit habe ich allerdings von Kapitel zu Kapitel überlegt, ob ich das Buch nicht doch abbreche, weil es letztendlich recht langatmig war. Immer wieder wird von Jagd, von Haaren und von Pferden berichtet. Mit jedem weiteren Kapitel habe ich gedacht, dass ich das Buch auch hätte abbrechen können. Und so habe ich mich immer weiter durchs Buch gehangelt und kann am Ende sagen: Das kann man lesen. Aber man kann es auch einfach lassen.

Karen Duve: Sisi. Kiepenheuer & Witsch, 2024, 416 Euro; 14 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!