Schlagwort-Archive: USA

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause von Carol Rifka Brunt

„Wenn man etwas erst mal weiß, kann man es niemals mehr nicht wissen“

Dezember 1986: Der berühmte und erfolgreiche Maler Finn Weiss malt sein allerletztes Porträt. Er wird sehr bald an den Folgen einer HIV-Infektion sterben, befindet sich im Stadium des fortgeschrittenen erworbenen Immunschwächesyndroms (Acquired Immune Deficiency Syndrome, AIDS).

Das Motiv seines letzten Gemäldes ist seine 14-jährige Patentochter und Nichte June Elbus mit ihrer älteren Schwester Greta. Mit June verbindet ihn eine tiefe Zuneigung und eine große Vertrautheit, mit ihr teilt er seine Geheimnisse, und er kennt ihre.

Doch nach seinem Tod muss June erkennen, dass sie viele Dinge über Finn nicht wusste, z.B. dass er neun Jahre lang mit einem Mann zusammengelebt hat, der nun noch immer in der Wohnung Finns wohnt. Sag den Wölfen, ich bin zu Hause von Carol Rifka Brunt weiterlesen

Seht, was ich getan habe von Sarah Schmidt (Hörbuch und Buch)

„Es gibt eine Liebe, die sich erst in der Trauer zeigt.“

Vierter August 1892 in Fall River, Massachusetts: Die 32-jährige Lizzie Borden, die unverheiratet ist und mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und dem Dienstmädchen Bridget zusammenlebt, findet im Erdgeschoss ihres Elternhauses die blutüberströmte Leiche ihres Vaters. Kurz darauf wird zudem der Leichnam von Lizzies Stiefmutter entdeckt. Beide wurden anscheinend mit einem axtähnlichen Gegenstand ermordet.

Lizzie Borden, 1889 (Urheber: anonym, Quelle: Wikipedia)

Bis heute sind die Morde an Andrew und Abby Borden nicht vollständig geklärt, und aufgrund ihrer Faszination für den mysteriösen Kriminalfall machte sich die Autorin Sarah Schmidt auf die Suche nach den Hintergründen der Morde und schrieb schließlich ihren Debütroman Seht, was ich getan habe über die Bordens und den geheimnisvollen 4. August 1892. Seht, was ich getan habe von Sarah Schmidt (Hörbuch und Buch) weiterlesen

Die Herzen der Männer von Nickolas Butler

„Ich sage dir jetzt mal, wo du Freundschaften schließt. Freundschaften schließt man in der Armee, im Schützengraben und an der Front. Mit Männern, die sich für dich vor eine Kugel werfen, die mit dir ihre letzte Zigarette und den letzten Tropfen Wasser aus ihrer Feldflasche teilen.“ (Seite 17f)

Clete Doughty hat – genau wie sein Vater vor ihm – klare Vorstellungen davon, wie man sich als Junge/Mann zu verhalten hat und was untragbare Eigenschaften sind, und er gibt diesen Überzeugungen gerne mit einer ordentlichen Tracht Prügel Aus- und Nachdruck. Clete selbst hat im Zweiten Weltkrieg gedient, sein Vater im Ersten, und für Clete gibt es keine größere Ehre als das eigene Land zu verteidigen und so seinen Mann stehen zu können.

Mit diesen Überzeugungen von Männlichkeit, Ruhm und Ehre erzieht er auch seinen Sohn Nelson, der Sommer für Sommer ins Camp Chippewa fährt und dort versucht, seinen Vater mit dem Einheimsen von Pfadfinder-Verdienstabzeichen zu beeindrucken. Stets ist er bemüht, sein Bestes zu geben, seinen Vater stolz zu machen, nie in Schwierigkeiten zu geraten.

Freunde hat Nelson nicht – weder bei den Pfadfindern noch zu Hause in Eau Claire. Lediglich der zwei Jahre ältere Jonathan Quick scheint auf Nelsons Seite zu stehen, erscheint als einziger Gast an Nelsons 13. Geburtstag, bietet ihm – wenngleich geringe und zweifelhafte – Unterstützung gegen die Schikanen, Hänseleien und Anfeindungen der anderen Jungen im Camp. Die Herzen der Männer von Nickolas Butler weiterlesen

TICK TACK – Wie lange kannst Du lügen? von Megan Miranda

„Das Weggehen schließt die Rückkehr aus. Ich weiß nicht mehr, was ich mit Cooley Ridge anfangen soll, und Cooley Ridge weiß nichts mehr mit mir anzufangen.“ (Seite 14)

Nic Farrell erhält einen Brief ihres – dementen – Vaters, der Bezug auf das Verschwinden ihrer besten Freundin Corinne nimmt:

„Ich muss mit dir reden. Dieses Mädchen. Ich habe es gesehen.“

Corinne ist vor zehn Jahren nach einem Jahrmarktbesuch spurlos verschwunden, und Nic hat daraufhin von einem Tag auf den anderen ihre Heimatstadt verlassen.

Aufgrund des Briefes macht sich Nic wieder auf den Weg in ihre Heimat Cooley Ridge am Rand der Smoky Mountains, um dort herauszufinden, was in der Nacht vor zehn Jahren wirklich geschehen ist.

Gleich am ersten Abend in Cooley Ridge verschwindet wieder ein Mädchen: Annaleise, die vor zehn Jahren in der Nacht, in der Corinne verschwand, Nic und ihren Freunden ein Alibi gegeben hat. TICK TACK – Wie lange kannst Du lügen? von Megan Miranda weiterlesen

6000 Kilometer westwärts von Dirk Rohrbach

„Viele, mit denen ich spreche, können offenbar nicht nachvollziehen, warum ich mir die körperliche Anstrengung und gnadenlose Hitze aufbürde.“ (Seite 93)

Dirk Rohrbach macht sich zum wiederholten Male auf den Weg nach und eine Reise durch die USA. Nach der Überfahrt mit einem Frachtschiff fährt er mit dem Fahrrad von New York bis nach San Francisco: vom Atlantik zum Pazifik, einmal quer durch den Kontinent, durch die Staaten New York, New Jersey, Pennsylvania, Virginia, Tennessee, Arkansas, Kansas, Colorado, Utah, Nevada und Kalifornien.

In 6000 Kilometer westwärts erzählt Rohrbach von legendären Highways und Small-town America, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, gesundheitlichen Problemen und Fahrradpannen, Country Music und Bible Belt, Mittlerem Westen und Prärie, Tornados und Cowboys, Waldbränden und Warmshowers, Cannabis und Peyote, Buffalo Bill und Mormonen, Wüste und Schuhbaum. 6000 Kilometer westwärts von Dirk Rohrbach weiterlesen

Die Zweige der Esche von Laird Hunt

„Wissen Sie, was ich vor dem Krieg war?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Ich auch nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern. Oder wenn doch, dann kommt es mir vor wie das Leben eines anderen, und ich glaube nicht daran.“ (Seite 174)

Die Ich-Erzählerin Constance lässt ihren Ehemann Bartholomew auf der gemeinsamen Farm zurück, schlüpft in Männerkleidung – die Uniform der Nordstaaten – und zieht in den Amerikanischen Bürgerkrieg.

Sie nennt sich von nun an Ash Thompson und sticht aus der Masse der Soldaten hervor, da sie eine exzellente Schützin und zudem außergewöhnlich mutig ist.

In Die Zweige der Esche wird Constances/Ashes Geschichte erzählt: von den Schlachten im Amerikanischen Bürgerkrieg, von Tod und Verwundung, von Flucht und Täuschung, aber auch von ihrer verstorbenen Mutter und von ihrer großen, unerschütterlichen Liebe zu Bartholomew. Die Zweige der Esche von Laird Hunt weiterlesen

Geschenkideen für den Nachbarn, der endlich verstehen will, was Liebe ist

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Die Tiefe von Anthony Doerr

„Wohin verschwinden die Erinnerungen, wenn wir die Fähigkeit verloren haben, sie in uns wachzurufen?“

Die Tiefe enthält sechs Storys, die im amerikanischen Original unter dem Titel Memory Wall erschienen sind, wobei die amerikanische Ausgabe eine siebte Geschichte (die Titelgeschichte Memory Wall) enthält, die jedoch bereits 2016 in deutscher Übersetzung und unter dem gleichen Namen (Memory Wall) als Einzelausgabe bei C.H. Beck veröffentlicht wurde.

Ich kenne bereits mehrere Bücher des Pulitzer-Preisträgers Anthony Doerr, und während ich von Alles Licht, das wir nicht sehen und von der Novelle Memory Wall restlos begeistert war, hat mir Doerrs Erstling, der Erzählband Der Muschelsammler, deutlich weniger gefallen. Umso gespannter war ich auf die Lektüre der restlichen Geschichten des amerikanischen Memory Wall-Bandes, und nach dem Lesen von Die Tiefe kann ich erfreut sagen, dass ich diese Geschichten wieder sehr ergreifend und beeindruckend fand. Die Tiefe von Anthony Doerr weiterlesen

Geschenkideen für die liebe Freundin, für die das Beste gerade gut genug ist

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