Schlagwort-Archive: Thema

Tribunal von André Georgi

„Sie hatte inzwischen mehr fremde Erinnerungen als eigene.“

Jasna Brandic ist Ermittlerin des Tribunals in Den Haag und hat es endlich geschafft, einen Kronzeugen aufzuspüren, der gegen den Massenmörder Marko Kovac aussagen wird. Kurz vor der Verhandlung wird der Kronzeuge erschossen, und es sieht fast so aus, als würde es niemanden mehr geben, der gegen den serbischen Kriegsverbrecher aussagen könnte. Tribunal von André Georgi weiterlesen

Die Tigerfrau von Téa Obreht

„Alles liegt tot in seiner Erinnerung, mit Ausnahme der Tigerfrau […]“

Natalia befindet sich gerade in einem Waisenhaus in Südosteuropa, als sie vom Tod ihres geliebten Großvaters erfährt. Um die Umstände seines Todes zu klären und zu verstehen, macht sich Natalia auf den Weg in die Provinz, wohin ihr Großvater kurz vor seinem Tod reiste und wo er schließlich starb, und erinnert sich an ihre eigene Kindheit, die eng mit ihrem Großvater verbunden war, an den Tiger, den sie mit dem Großvater über Jahre hinweg regelmäßig im Zoo besucht hat, und an Ereignisse aus dem Leben des Großvaters, von denen er immer wieder erzählte – vom Mann, der nicht sterben konnte, vom Tiger, der in den Wirren des 2. Weltkriegs aus einem Zoo ausgebrochen war und sich in der Heimat des Großvaters niedergelassen hatte, und von der Tigerfrau. Die Tigerfrau von Téa Obreht weiterlesen

Südafrika-Thema im Juni 2018

Nelson Mandela (2008), Quelle: Wikipedia.

Den Sommer 1989 durfte ich in der Pionierrepublik Wilhelm Pieck am Werbellinsee verbringen, wo ich vier Wochen mit Kindern und Jugendlichen aus aller Welt zusammen war. Ich habe dort eine wundervolle Zeit gehabt und mich – auch aufgrund der vielen persönlichen Begegnungen – erstmals mit Politik beschäftigt.

Zwei Themen standen bei meinem Aufenthalt immer wieder im Mittelpunkt: Palästina und Südafrika. Das DDR-Regime stand Palästina sehr nahe und war Gegner der Apartheid in Südafrika, so dass im Sommer 1989 die Weichen für meine späteren Überzeugungen gestellt wurden, denn sowohl der Nahostkonflikt als auch der Kampf gegen die Apartheid sind Themen, die mich noch heute beschäftigen und bewegen. Südafrika-Thema im Juni 2018 weiterlesen

Russland und Sowjetunion im November 2017

© A.Savin, Wikimedia Commons (Quelle: Wikipedia)

Anlässlich des 100. Jahrestages der Октябрьская революция в России, der Oktoberrevolution, die laut gregorianischem Kalender am 7. November 1917 begann, mache ich im November 2017 Russland und die Sowjetunion zum Monatsthema auf Travel Without Moving. Russland und Sowjetunion im November 2017 weiterlesen

Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren… von Lois Pryce

„Man kann nur dann wirklich reisen, wenn man loslässt und annimmt, was jeder Ort zu bieten hat, ohne ihn in eine bekannte Schablone pressen zu wollen.“ (Freya Stark)

Die Umstände, die Lois Pryce in den Iran führten, waren recht merkwürdig: Sie hatte ihr Motorrad im Londoner Stadtteil Kensington geparkt und fand bei der Rückkehr daran einen Zettel von einem gewissen, ihr unbekannten Habib, der ihr eine Motorradreise nach Schiraz ans Herz legte, damit sie sein Land vor Ort und jenseits der gängigen Vorurteile gegenüber dem Iran kennenlernen kann.

In der Folge beschäftigt sich Pryce intensiver mit dem Land und beschließt letztendlich, sich auf den Weg in den Iran zu machen und sich selbst von der von Habib angepriesenen Schönheit des Landes zu überzeugen. Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren… von Lois Pryce weiterlesen

Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi

„Das stört mich am meisten, wenn ich im Iran bin: dass ich wahr und unwahr manchmal nicht unterscheiden kann.“

Die Ich-Erzählerin Mona lebt in Deutschland, aber ist gebürtige Iranerin. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie nach dem Tod ihrer Großmutter ein letztes Mal nach Maschhad im Nordosten des Iran. Durch den Tod der Großmutter wird Monas einzige Verbindung zum Land gekappt und die „anstrengende On-Off-Beziehung“ der Ich-Erzählerin zu ihrer alten Heimat beendet. Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi weiterlesen

Der geheime Basar von Ron Leshem

Amir Teimuri und Kami Soheil wachsen in Bandare Anzali, einer Hafenstadt im Norden des Iran, auf und haben sich fest vorgenommen, die iranischen Provinz zu verlassen und in Teheran zu studieren.

Dann ändert Amir seine Pläne, und der Ich-Erzähler Kami macht sich allein auf den Weg in die Hauptstadt. Dort lebt er bei seiner Tante Zahra, einer ehemals gefeierten Filmdiva, und lernt neben ihren Nachbarn – dem homosexuellen Babak Tiban und der ehemaligen Richterin am Obersten Gerichtshof Safureh Mahdis – auch die Rennfahrerin Nilufar Chalidian kennen. Der geheime Basar von Ron Leshem weiterlesen

Die Stumme von Chahdortt Djavann

Die 15-jährige Fatemeh sitzt in einem Gefängnis im Iran und wartet auf ihre Hinrichtung. Sie hat von einem Gefängniswärter ein Heft und einen Stift erhalten und berichtet nun von ihrem Leben und von ihrer Familie, vor allem von ihrer geliebten Tante, die seit ihrer Kindheit nicht mehr spricht und von allen „die Stumme“ genannt wird. Die Stumme von Chahdortt Djavann weiterlesen

Couchsurfing im Iran von Stephan Orth

„Es gibt keine schlechten Orte, wenn du reist, um Menschen zu treffen.“

Stephan Orth reist in den Iran und möchte herausfinden, „was hinter blinden Fenstern und verschlossenen Türen passiert“. Weil er „dem Land seine Geheimnisse entlocken“ möchte, nutzt er die Platform „Couchsurfing“, obwohl diese Art des Reisens bzw. der Übernachtung im Iran verboten ist. In Couchsurfing im Iran berichtet Orth von seinen Erlebnissen auf seiner 62-tägigen Reise, erzählt von der Geschichte des Landes, von Verhaltensregeln sowie vom Leben und den Menschen im Iran. Couchsurfing im Iran von Stephan Orth weiterlesen