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Russland und Sowjetunion im November 2017

© A.Savin, Wikimedia Commons (Quelle: Wikipedia)

Anlässlich des 100. Jahrestages der Октябрьская революция в России, der Oktoberrevolution, die laut gregorianischem Kalender am 7. November 1917 begann, mache ich im November 2017 Russland und die Sowjetunion zum Monatsthema auf Travel Without Moving. Russland und Sowjetunion im November 2017 weiterlesen

Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren… von Lois Pryce

„Man kann nur dann wirklich reisen, wenn man loslässt und annimmt, was jeder Ort zu bieten hat, ohne ihn in eine bekannte Schablone pressen zu wollen.“ (Freya Stark)

Die Umstände, die Lois Pryce in den Iran führten, waren recht merkwürdig: Sie hatte ihr Motorrad im Londoner Stadtteil Kensington geparkt und fand bei der Rückkehr daran einen Zettel von einem gewissen, ihr unbekannten Habib, der ihr eine Motorradreise nach Schiraz ans Herz legte, damit sie sein Land vor Ort und jenseits der gängigen Vorurteile gegenüber dem Iran kennenlernen kann.

In der Folge beschäftigt sich Pryce intensiver mit dem Land und beschließt letztendlich, sich auf den Weg in den Iran zu machen und sich selbst von der von Habib angepriesenen Schönheit des Landes zu überzeugen. Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren… von Lois Pryce weiterlesen

Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi

„Das stört mich am meisten, wenn ich im Iran bin: dass ich wahr und unwahr manchmal nicht unterscheiden kann.“

Die Ich-Erzählerin Mona lebt in Deutschland, aber ist gebürtige Iranerin. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie nach dem Tod ihrer Großmutter ein letztes Mal nach Maschhad im Nordosten des Iran. Durch den Tod der Großmutter wird Monas einzige Verbindung zum Land gekappt und die „anstrengende On-Off-Beziehung“ der Ich-Erzählerin zu ihrer alten Heimat beendet. Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi weiterlesen

Der geheime Basar von Ron Leshem

Amir Teimuri und Kami Soheil wachsen in Bandare Anzali, einer Hafenstadt im Norden des Iran, auf und haben sich fest vorgenommen, die iranischen Provinz zu verlassen und in Teheran zu studieren.

Dann ändert Amir seine Pläne, und der Ich-Erzähler Kami macht sich allein auf den Weg in die Hauptstadt. Dort lebt er bei seiner Tante Zahra, einer ehemals gefeierten Filmdiva, und lernt neben ihren Nachbarn – dem homosexuellen Babak Tiban und der ehemaligen Richterin am Obersten Gerichtshof Safureh Mahdis – auch die Rennfahrerin Nilufar Chalidian kennen. Der geheime Basar von Ron Leshem weiterlesen

Die Stumme von Chahdortt Djavann

Die 15-jährige Fatemeh sitzt in einem Gefängnis im Iran und wartet auf ihre Hinrichtung. Sie hat von einem Gefängniswärter ein Heft und einen Stift erhalten und berichtet nun von ihrem Leben und von ihrer Familie, vor allem von ihrer geliebten Tante, die seit ihrer Kindheit nicht mehr spricht und von allen „die Stumme“ genannt wird. Die Stumme von Chahdortt Djavann weiterlesen

Couchsurfing im Iran von Stephan Orth

„Es gibt keine schlechten Orte, wenn du reist, um Menschen zu treffen.“

Stephan Orth reist in den Iran und möchte herausfinden, „was hinter blinden Fenstern und verschlossenen Türen passiert“. Weil er „dem Land seine Geheimnisse entlocken“ möchte, nutzt er die Platform „Couchsurfing“, obwohl diese Art des Reisens bzw. der Übernachtung im Iran verboten ist. In Couchsurfing im Iran berichtet Orth von seinen Erlebnissen auf seiner 62-tägigen Reise, erzählt von der Geschichte des Landes, von Verhaltensregeln sowie vom Leben und den Menschen im Iran. Couchsurfing im Iran von Stephan Orth weiterlesen

Desorientale von Négar Djavadi

„Ich gehe. Es ist möglich, dass eine so schreckliche Sache geschieht, so wie es möglich ist zu sterben, obwohl man noch eine Sekunde zuvor gelacht hat. Genauso einfach ist das, und genauso unbegreiflich.“

Kimiâ Sadr, die Ich-Erzählerin des Romans und Alter Ego der Autorin Négar Djavadi, nimmt den Leser mit auf die Reise in die Vergangenheit ihrer Familie.

Djavadi erzählt von der Herrschaft des Schahs und der Geheimpolizei SAVAK, von Verhaftung und Eliminierung, von der kommunistischen Partei Tudeh und dem Leben im Untergrund, von der Rückkehr Chomeinis aus dem Exil und der Gründung der Islamischen Republik, von Hoffnung und Enttäuschung, von Flucht und Migration, vom Leben im Exil und den Schwierigkeiten, an einem anderen Ort anzukommen und weiterzuleben. Desorientale von Négar Djavadi weiterlesen

Persepolis von Marjane Satrapi

Seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979 „wird diese traditionsreiche Zivilisation fast ausschließlich mit Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus in Verbindung gebracht. Als Iranerin, die mehr als ihr halbes Leben im Iran verbracht hat, weiß ich, dass dieses Bild falsch ist. Darum war es so wichtig für mich, <Persepolis> zu schreiben. Ich glaube, dass man eine ganze Nation nicht aufgrund der Fehler einer extremistischen Minderheit verurteilen darf.“ (Marjane Satrapi)

In Persepolis hat Marjane Satrapi ihre eigene Kindheit und Jugend als Graphic Novel nachgezeichnet: ihre Kindheit in Teheran, ihre Zeit in Österreich und ihre Rückkehr in den Iran.

Sie bietet durch Persepolis einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Landes seit der Islamischen Revolution, erzählt vom Sturz Mohammad Reza Schah Pahlavis, von der Rückkehr Ruhollah Chomeinis aus dem französischen Exil, von der Errichtung der Islamischen Republik und vom Ersten Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg). Satrapi berichtet zudem von Folter und Gefängnis, von Tschador und Alkohol, vom Leben in Europa sowie von ihren Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen bei der Rückkehr in ihre iranische Heimat. Persepolis von Marjane Satrapi weiterlesen

Der Kalligraph von Isfahan von Amir Hassan Cheheltan

„Hier ist Isfahan, nur einen Schritt von der Hölle entfernt!“

Der Erzähler der Rahmengeschichte entdeckt nach dem Tod seines Vaters einen Familienstammbaum, der ihm Rätsel aufgibt. Auf der Suche nach Erklärungen und Antworten reist er nach Delhi und findet dort in der Bibliothek eines Sammlers ein Büchlein. Dieses Büchlein enthält den „Bericht des Enkels des großen Kalligraphen aus der Zeit der Belagerung von Isfahan“, und im weiteren Verlauf des Romans wird die Geschichte um Allahyâr (den Enkel des Kalligrafen) erzählt, der im Jahre 1722 in Isfahan lebte und der vom Ende der persischen Safawiden-Dynastie und der Belagerung der Stadt durch die Afghanen berichtete. Der Kalligraph von Isfahan von Amir Hassan Cheheltan weiterlesen