Schlagwort-Archive: Magischer Realismus

Unheimliche Gesellschaft von Carlos Fuentes

„Kein Latino ist je an Einsamkeit gestorben. Das überlassen wir den Skandinaviern.“

Unheimliche Gesellschaft beinhaltet sechs phantastische Erzählungen (In guter Gesellschaft, Calixta Brand, Die Katze meiner Mutter, Der Theaterliebhaber, Vlad, Die schöne Schlafende), die voneinander unabhängig sind und anfangs stets das Gefühl von Normalität vermitteln, um schließlich eine mehr oder weniger überraschende Wendung zu nehmen. Unheimliche Gesellschaft von Carlos Fuentes weiterlesen

Sputnik Sweetheart von Haruki Murakami

Die 22-jährige Sumire lebt in ihrer eigenen Welt: Sie will Schriftstellerin werden und pflegt ein chaotisches Dasein ohne jede Struktur, ohne Verpflichtung, ohne Bindung. Das weltfremde und romantisch verklärte Leben wird durch die Bekanntschaft mit der 17 Jahre älteren Geschäftsfrau Miu plötzlich beendet. Miu bietet Sumire einen Job an, und Sumire entwickelt zum ersten Mal in ihrem Leben tiefe Gefühle und verliebt sich in Miu. Der Ich-Erzähler ist seinerseits in Sumire verliebt. Eines Tages erhält er einen Anruf von Miu – Sumire ist spurlos verschwunden und Miu bitten ihn um Hilfe. Sputnik Sweetheart von Haruki Murakami weiterlesen

Die Tigerfrau von Téa Obreht

„Alles liegt tot in seiner Erinnerung, mit Ausnahme der Tigerfrau […]“

Natalia befindet sich gerade in einem Waisenhaus in Südosteuropa, als sie vom Tod ihres geliebten Großvaters erfährt. Um die Umstände seines Todes zu klären und zu verstehen, macht sich Natalia auf den Weg in die Provinz, wohin ihr Großvater kurz vor seinem Tod reiste und wo er schließlich starb, und erinnert sich an ihre eigene Kindheit, die eng mit ihrem Großvater verbunden war, an den Tiger, den sie mit dem Großvater über Jahre hinweg regelmäßig im Zoo besucht hat, und an Ereignisse aus dem Leben des Großvaters, von denen er immer wieder erzählte – vom Mann, der nicht sterben konnte, vom Tiger, der in den Wirren des 2. Weltkriegs aus einem Zoo ausgebrochen war und sich in der Heimat des Großvaters niedergelassen hatte, und von der Tigerfrau. Die Tigerfrau von Téa Obreht weiterlesen

Pedro Páramo von Juan Rulfo (Hörbuch)

„Nein, ich meine das Dorf. Es sieht so einsam aus, als sei es verlassen, als ob da niemand wohnte.“

„Das sieht nicht nur so aus, es ist so. Hier lebt niemand.“

„Und Pedro Páramo?“

„Pedro Páramo ist vor vielen Jahren gestorben.“

Pedro Páramo ist der einzige Roman des mexikanischen Autors Juan Rulfo, der als Wegbereiter des Magischen Realismus gilt. Pedro Páramo erschien in Mexiko bereits im Jahre 1955 und wurde 1958 erstmals von Mariana Frenk-Westheim ins Deutsche übersetzt.

Ich habe den Roman bereits vor mehr als 15 Jahren in der oben genannten Übersetzung gelesen, und ich weiß noch genau, dass ich ihn aufgrund eines Zitats von Gabriel García Márquez auf dem Umschlag gekauft habe:

„Ich konnte nicht einschlafen, bevor ich das Buch nicht zum zweiten Mal gelesen hatte. Ich habe Rulfos Werk nun ganz wiedergelesen, und ich bin wieder das unschuldige Opfer meiner ersten Erschütterung geworden.“ Pedro Páramo von Juan Rulfo (Hörbuch) weiterlesen

Die Wand von Marlen Haushofer (Hörbuch)

„Von allen Seiten kriecht die Angst auf mich zu“

Die Ich-Erzählerin wird von ihrer Cousine und ihrem Mann für ein paar Tage auf deren Jagdhaus in den Bergen eingeladen. Am Abend verabschieden sich die Gastgeber von ihr, um kurz das Dorf zu besuchen, doch sie kommen am Abend und auch in der Nacht nicht zurück.

Am Morgen macht sich die verwunderte und beunruhigte Ich-Erzählerin schließlich zusammen mit dem Hund der Gastgeber auf den Weg ins Dorf, um nach den beiden zu schauen. Da bemerkt sie eine Glaswand, die sie am Weitergehen hindert und die sie von der Außenwelt komplett abschirmt. Die Wand von Marlen Haushofer (Hörbuch) weiterlesen

Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez (Hörbuch)

„In jener Nacht träumte José Arcadio Buendía, dass sich an ebendiesem Ort eine laute Stadt aus Häusern mit Spiegelwänden erhob. Er fragte, was für eine Stadt das sei, und man sagte ihm einen Namen, den er noch nie gehört, der keinerlei Bedeutung hatte, im Traum aber einen übernatürlichen Hall auslöste: Macondo.“

Nach dem Mord an Prudencio Aguilar werden José Arcadio Buendía und seine Frau Úrsula Iguarán immer wieder vom Geist des Toten heimgesucht. Bald ist klar, dass sie Prudencio und seinem traurigen Gesichtsausdruck nur entkommen können, indem sie Riohacha verlassen und ihr Glück an einem anderen Ort suchen. Und so brechen sie zusammen mit Freunden, deren Frauen und Kindern auf, um die Sierra zu durchqueren, und gründen schließlich mitten in den Sümpfen und dem kolumbianischen Urwald das Dorf Macondo. Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez (Hörbuch) weiterlesen

Monatsthema „Magischer Realismus“

Foto von H. Turner

Ich kann mich noch ganz genau an meine erste Begegnung mit dem Magischen Realismus erinnern: Im Jahre 1998 habe ich mir (aus einem mir heute nicht mehr bekannten) Grund Von der Liebe und anderen Dämonen von Gabriel García Márquez gekauft. Bis dahin konnte ich mit phantastischen Geschichten, die sich nicht haargenauso wie beschrieben zugetragen haben könnten, nichts anfangen. Rückblickend finde ich es sonderbar, dass ich damals zu diesem Buch gegriffen habe. Und noch sonderbarer ist, dass es mich restlos begeistern konnte und meine Liebe zum Magischen Realismus entfacht hat. Monatsthema „Magischer Realismus“ weiterlesen