Schlagwort-Archive: Belletristik

Oblomow von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (Hörbuch)

„Und immer dasselbe?“
„Ja, bis zum Grabe. Das ist das Leben!“
„Nein, das ist nicht das Leben!“
„Was ist es dann deiner Meinung nach?“
„Das, das ist eine Oblomowerei.“
„Ob-lo-mowerei! Ob-lo-mo-we-rei! Worin besteht denn deiner Ansicht nach das Lebensideal? Nicht in der Oblomowerei? Streben denn nicht alle nach dem, wovon ich träume? Alle streben doch nach Ruhe und Stille.“

Ilja Iljitsch Oblomow entstammt dem russischen Adel und ist mit materieller Sicherheit aufgewachsen. Als Erwachsener ist er unfähig, sich um seine Angelegenheiten zu kümmern, verbringt seine Tage und Nächte in seiner Wohnung in der Petersburger Gorochowaja, versucht zwar, der permanenten Schläfrigkeit und Trägheit zu entfliehen, verschiebt jedoch alles, was sein Diener Sachar an ihn heranträgt, auf den nächsten Tag, so dass das väterliche Gut Oblomowka immer mehr verfällt, sich die Rechnungen immer weiter auftürmen und wichtige Briefe nicht beantwortet werden. Oblomow von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (Hörbuch) weiterlesen

Die Kreutzersonate von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (Hörbuch)

„Die hauptsächlichste Qual war die Ungewissheit, der Zweifel, der Zwiespalt, das Nicht-Wissen, ob ich sie lieben oder hassen sollte.“

Lew Nikolajewitsch Tolstois Novelle Die Kreutzersonate entstand in den 1880er Jahren, wurde 1890 in deutscher Sprache erstveröffentlicht und erschien 1891 erstmals auf Russisch. Benannt wurde die Novelle nach Ludwig van Beethovens Violinsonate A-Dur op. 47, die als Kreutzer-Sonate Bekanntheit erlangte und die in der Novelle eine zentrale Rolle spielt.

Tolstoi erzählt in seiner Novelle von Posdnyschew, der seine Frau getötet hat, jedoch freigesprochen wurde und sich nun auf einer längeren Zugfahrt befindet. Dabei ergibt sich eine Diskussion mit anderen Reisenden, in deren Folge Posdnyschew von seinen Grundüberzeugungen, seiner Ehe, seiner Leidenschaft, seiner Eifersucht und schließlich von seinem Verbrechen erzählt. Die Kreutzersonate von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (Hörbuch) weiterlesen

Belletristik, Sachbücher, Reiseberichte aus dem und über den Iran

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher und Reisebücher aus dem und über den Iran auf. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe. Belletristik, Sachbücher, Reiseberichte aus dem und über den Iran weiterlesen

Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi

„Das stört mich am meisten, wenn ich im Iran bin: dass ich wahr und unwahr manchmal nicht unterscheiden kann.“

Die Ich-Erzählerin Mona lebt in Deutschland, aber ist gebürtige Iranerin. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie nach dem Tod ihrer Großmutter ein letztes Mal nach Maschhad im Nordosten des Iran. Durch den Tod der Großmutter wird Monas einzige Verbindung zum Land gekappt und die „anstrengende On-Off-Beziehung“ der Ich-Erzählerin zu ihrer alten Heimat beendet. Sechzehn Wörter von Nava Ebrahimi weiterlesen

Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky (Hörbuch)

„Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge noch mal, als unbewegtes Nachbild, in dem das, was eigentlich hell war, dunkel ist, und das, was eigentlich dunkel war, hell erscheint.“

Selma hat bereits in der Vergangenheit von einem Okapi geträumt, und danach ist jedes Mal jemand innerhalb der nächsten 24 Stunden gestorben. Nun ist ihr erneut eines der Tiere im Traum erschienen, und weil Selmas Träume in der Vergangenheit für viel Aufregung im Dorf gesorgt haben, möchte sie ihren Traum diesmal für sich behalten. Ihrer Enkelin Luise kann sie jedoch nichts vormachen, und als Selma sich zudem einer Nachbarin anvertraut, weiß kurz darauf das gesamte Dorf Bescheid. Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky (Hörbuch) weiterlesen

Der geheime Basar von Ron Leshem

Amir Teimuri und Kami Soheil wachsen in Bandare Anzali, einer Hafenstadt im Norden des Iran, auf und haben sich fest vorgenommen, die iranischen Provinz zu verlassen und in Teheran zu studieren.

Dann ändert Amir seine Pläne, und der Ich-Erzähler Kami macht sich allein auf den Weg in die Hauptstadt. Dort lebt er bei seiner Tante Zahra, einer ehemals gefeierten Filmdiva, und lernt neben ihren Nachbarn – dem homosexuellen Babak Tiban und der ehemaligen Richterin am Obersten Gerichtshof Safureh Mahdis – auch die Rennfahrerin Nilufar Chalidian kennen. Der geheime Basar von Ron Leshem weiterlesen

Die Stumme von Chahdortt Djavann

Die 15-jährige Fatemeh sitzt in einem Gefängnis im Iran und wartet auf ihre Hinrichtung. Sie hat von einem Gefängniswärter ein Heft und einen Stift erhalten und berichtet nun von ihrem Leben und von ihrer Familie, vor allem von ihrer geliebten Tante, die seit ihrer Kindheit nicht mehr spricht und von allen „die Stumme“ genannt wird. Die Stumme von Chahdortt Djavann weiterlesen

Der Pfau von Isabel Bogdan (Hörbuch)

„Einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt.“

Lady und Lord McIntosh leben in einem etwas in die Jahre gekommenen Herrenhaus in den schottischen Highlands. Hier gibt es noch Stromanschlüsse von anno dazumal und prähistorische Wasserleitungen, die für einen kaum vorhandenen Wasserdruck sorgen.

Die McIntoshs vermieten ein paar rustikale Cottages an Touristen oder für Veranstaltungen, und es gibt auf dem Anwesen mehrere Pfauen, wobei einer der Vögel eines Tages ein sonderbares Verhalten gegenüber blauen Gegenständen entwickelt. Der Pfau von Isabel Bogdan (Hörbuch) weiterlesen

Die rothaarige Frau von Orhan Pamuk (Hörbuch)

„Wenn du deinem Lehrling nicht vertrauen kannst, kannst du auch kein Brunnenbauer werden. Man muss absolut sicher sein, dass der Junge da droben alles richtig und zur rechten Zeit macht. Nur dann kann man ihn vergessen und sich auf seine Arbeit konzentrieren. Als Brunnenbauer kann nur bestehen, wer seinem Lehrling vertraut wie einem Sohn.“

Der Vater des Ich-Erzählers Cem verschwindet eines Tages spurlos und lässt seine Frau und seinen Sohn allein zurück. Obwohl Cem gerne studieren möchte, was auch dem Wunsch seines Vaters entsprochen hatte, der in dem Sohn einen späteren Wissenschaftler gesehen hat, nimmt er vorerst eine Stelle bei einem Brunnenbauer an.

Die Arbeit mit Meister Mahmut, der im Istanbuler Vorort Öngören nach Wasser sucht, ist hart und anstrengend, doch Meister Mahmut wird bald zu einer Art Ersatzvater, der für Cem eine stabilere Vaterfigur darstellt, als es sein leiblicher Vater vermochte. Die rothaarige Frau von Orhan Pamuk (Hörbuch) weiterlesen