Schlagwort-Archive: Belletristik

Zeitoun von Dave Eggers

„Die Schande würde ihn niemals loslassen.“

Dave Eggers erzählt in Zeitoun von einer muslimischen Familie, die im Jahre 2005 in New Orleans lebt und deren Leben durch den Hurrikan Katrina aus den Fugen gerät.

Während die Ehefrau Kathy die Stadt mit ihren Kindern verlässt, hält der Familienvater Abdulrahman Zeitoun die Stellung, kümmert sich um Haus, Firma und diverse Mietshäuser, versorgt Menschen und Hunde in Not. Doch dann wird er verhaftet und ist sich eigentlich keines Verbrechens bewusst. Zeitoun von Dave Eggers weiterlesen

Wer die Nachtigall stört… von Harper Lee

„Einfach Menschen“

Die Geschwister Jem und Scout wachsen in Maycomb/Alabama bei ihrem verwitweten Vater Atticus auf und erleben dort eine behütete und idyllische Kindheit. Eines Tages gerät die heile Welt aus den Fugen, denn Atticus wird zum Pflichtverteidiger eines Schwarzen berufen, welcher der Vergewaltigung einer weißen Frau angeklagt wird. Atticus, der der Meinung ist, dass Schwarze und Weiße gleiche Rechte genießen sollten, wird von seinen Mitbürgern immer mehr angefeindet und abgelehnt, was schließlich auch Jem und Scout zu spüren bekommen. Wer die Nachtigall stört… von Harper Lee weiterlesen

Stoner von John Williams

„vor sich sah er nichts, auf das er sich zu freuen wünschte, und hinter sich nur wenig, woran er sich gern erinnerte“

William Stoner studiert auf Wunsch seines Vaters Agrarwissenschaften, damit er später die Farm der Eltern übernehmen kann. Doch bald wechselt Stoner zum Studium der Literaturwissenschaft und bleibt nach dem Abschluss als Dozent an der Universität.

In seiner Arbeit findet Stoner Glück, Leidenschaft und Erfolg, privat bleibt sein Leben lange leer und trostlos. Die Frau, die er heiratet, stellt sich als unterkühlt und intrigant heraus, doch auch das Lehren und Leben an der Universität wird im Verlauf durch Machtkämpfe und Sticheleien getrübt.

Was bleibt am Ende von einem Leben übrig? Stoner von John Williams weiterlesen

Die Terranauten von T.C. Boyle (Hörbuch)

„Ein Schwur ist ein Schwur. Nichts rein, nichts raus.“

Vier Männer und vier Frauen bilden das Team der Mission 2. Sie wurden ausgewählt, um gemeinsam zwei Jahre lang in Ecosphere 2 (E2) zu leben – einem 1,3 Hektar großen Raum, der 3800 tierische und pflanzliche Spezies beherbergt, in dem die Ökologie und das Leben in einem geschlossenen System untersucht werden und so das Überleben auf dem Mars simuliert werden soll. Die Terranauten von T.C. Boyle (Hörbuch) weiterlesen

San Miguel von T.C. Boyle

„Man nannte sie den Friedhof des Pazifiks. Sie nannte es Nirgendwo.“

San Miguel, eine 35km² große, windgepeitschte Insel im Pazifischen Ozean: T.C. Boyle erzählt die Geschichte dreier Frauen, die von 1888 bis zu den 1940er Jahren auf der von der restlichen Welt abgeschnittenen Insel lebten, berichtet von ihren Wünschen und Träumen, von ihren Erfolgen und Enttäuschungen, von ihren Ängsten und Sorgen. San Miguel von T.C. Boyle weiterlesen

Wenn das Schlachten vorbei ist von T.C. Boyle

„Wie können Sie von den Regeln der Höflichkeit sprechen, wenn unschuldige Tiere zu Tode gefoltert werden sollen? […] Ich werde erst wieder höflich sein, wenn das Schlachten vorbei ist, und keine Minute früher.“

Die Santa-Barbara-Inseln vor der kalifornischen Küste beherbergen zahlreiche endemische Arten, die jedoch durch eingeschleppte Tiere wie Ratten oder verwilderte Hausschweine gefährdet sind und kurz vor der Ausrottung stehen. Aus diesem Grunde will die Biologin, promovierte Ökologin und Projektkoordinatorin beim „National Park Service“ Alma Boyd Takesue die Ratten auf der Insel Anacapa vergiften, um so den endemischen Arten ein Überleben zu ermöglichen und den „Urzustand“ der Insel wiederherzustellen. Der Umweltaktivist Dave LaJoy und seine Organisation „For the Protection of Animals“ wollen dies jedoch mit aller Macht verhindern, denn sie können die Tötung von Tieren in keinem Falle befürworten – auch nicht, um andere Arten zu schützen. So kämpfen beide Parteien für ihre eigene Überzeugung, schrecken vor nichts zurück und riskieren durch blinden Fanatismus schließlich auch Menschenleben. Wenn das Schlachten vorbei ist von T.C. Boyle weiterlesen

Das Haus des Windes von Louise Erdrich

„So schlimm alles auch sein mochte, es wurde zumindest im Augenblick nicht mehr schlimmer.“

1988 in einem Reservat in North Dakota: Die Mutter des 13-jährigen Joe Coutts wird Opfer eines brutalen Verbrechens, zieht sich in der Folge zurück, schläft und weint viel.

Joe und sein Vater versuchen fieberhaft, die Identität des Täters festzustellen, und arbeiten sich durch Berge von Akten, um irgendwo auf einen Hinweis auf den Täter zu stoßen. Beide wünschen sich verzweifelt, „wieder leben zu können. Zu dem Davor zurückzukehren“. Das Haus des Windes von Louise Erdrich weiterlesen

Der erste Sohn von Philipp Meyer

„Ich war der erste Sohn dieser neuen Republik.“

In Der erste Sohn erzählt Philipp Meyer die Geschichte der Familie McCullough von der Mitte des 19. bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Geschichte wird dabei aus der Perspektive von drei stellvertretenden Protagonisten geschildert: Eli, Peter und Jeanne Anne. Der erste Sohn von Philipp Meyer weiterlesen

Wir sind die Könige von Colorado von David E. Hilton

„Und die Welt war dunkel.“

Nach einem Unfall, bei dem ein Pferd stirbt, werden beim Ich-Erzähler William lang verdrängte Erinnerungen aktiviert. Die Szenerie lässt ihn nicht mehr los und bringt ihn dazu, von den Ereignissen, die beinahe ein halbes Jahrhundert zurück liegen, zu erzählen. Er berichtet vom physischen und psychischen Missbrauch durch den alkoholkranken Vater, von der vom Vater verprügelten Mutter, von verbaler Aggressivität – und von dem Tag, an dem er seinem Vater ein Messer in die Brust gerammt hat, woraufhin Will zwei Jahre in einer Erziehungsanstalt – auf einer abgelegenen Ranch in den Bergen von Colorado – verbringen muss. Wir sind die Könige von Colorado von David E. Hilton weiterlesen

Kanada von Richard Ford

„[…] das war seine Art, mir ins Gedächtnis zu rufen, dass, egal was das eigene Leben zu beweisen scheint, egal für wen man sich hält, was man sich auf die Fahnen schreibt, woraus man Lebenskraft zieht oder worauf man stolz ist – dass alles Mögliche passieren kann, mit allen möglichen Folgen.“

Der Roman Kanada erzählt vom Leben des Ich-Erzählers Dell in den USA und in Kanada. Dell wächst zusammen mit seiner Zwillingsschwester Berner bei seinen Eltern in den USA auf. Seine Kindheit ist geprägt von zahlreichen Ortswechseln und einer damit verbundenen Entwurzelung, in Dells Jugend hält der Vater sich und seine Familie mit wechselnden Jobs am Rande der Kriminalität über Wasser. Als sein Vater schließlich seine Schulden nicht bezahlen kann, entschließt er sich, eine Bank zu überfallen. Nach der Verhaftung seines Vaters wird Dell nach Kanada gebracht und baut sich dort ein neues Leben auf. Kanada von Richard Ford weiterlesen