Eingeboren von Sayed Kashua

„Ich hatte meine Kinder belogen, als ich ihnen beibrachte, dass alle Menschen gleich seien“

Eingeboren beinhaltet Kolumnen von Sayed Kashua, die von 2006 bis 2014 wöchentlich in der Haaretz erschienen sind. In diesen Kolumnen erzählt der Autor von sich und seiner Familie, von seinem Leben in Beit Safafa und im Westteil Jerusalems, von Israel und Palästina, von der Diskriminierung der Araber, die Fremde im eigenen Land sind, sowie von Nahostpolitik im Allgemeinen.

Ich habe bereits Tanzende Araber und Da ward es Morgen von Kashua mit großer Begeisterung gelesen, und auch Eingeboren hat mir sehr gut gefallen.

Ich empfand Kashua als einen sehr unterhaltsamen und spritzigen Kolumnisten, der oft amüsant ist und mit einem Augenzwinkern von seinem Leben und von seiner Heimat spricht, der aber auch tragische Geschichten erzählt, die dem Leser vor Augen halten, was Leben in Jerusalem tagtäglich bedeutet und was die Araber im eigenen Land erleben und erdulden müssen.

Dabei ist der Autor oft bitterböse und zynisch, spielt mit Vorurteilen gegenüber Juden und Arabern, Frauen und Männern, übertreibt schamlos und zeigt so die Skurrilität des Alltags in Israel/Palästina.

Sayed Kashua: Eingeboren. Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Berlin Verlag, 2016, 320 Seiten; 22 Euro.

Dieser Post gehört zum Thema Palästina und Israel im Juni 2017.

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