Der Graf von Monte Christo von Alexandre (d.Ä.) Dumas

„Weil ich in Ihr Herz eine Leidenschaft brachte, die noch nicht darin war: die der Rache.“

Edmond Dantes kehrt von einer Reise in seine Heimatstadt Marseille zurück und will bald seine große Liebe Mercedes heiraten. Doch er hat Widersacher, die dafür sorgen, dass er (unschuldig) verhaftet und des Hochverrats angeklagt wird. Dantes wird in die Festung If gebracht, kommt dort in Kontakt mit seinem Leidensgenossen Abbé Faria, der ihm von einem Schatz auf der Insel Monte Christo erzählt. Die beiden planen den Ausbruch aus dem Gefängnis, doch der Abbé stirbt noch während seiner Gefangenschaft, und Dantes kann 14 Jahre nach seiner Festnahme auf spektakuläre Weise fliehen. Als Graf von Monte Christo kehrt Dantes zurück und rächt sich an denjenigen, die sein Glück und sein Leben zerstört haben.

Bereits als Kind hat mich die Geschichte um Edmond Dantes, der Bericht seiner Festnahme, seiner Flucht und seines Rachefeldzugs begeistert, doch lange kannte ich nur die gekürzte Ausgabe von Der Graf von Monte Christo. Vor ein paar Jahren habe ich mich endlich an die 1200 Seiten lange ungekürzte Version herangewagt.

Der Roman, in dem sich alles um die Themen Schuld und Unschuld, Liebe und Hass, Verrat und Rache dreht, liest sich flüssig und ist fast durchweg sehr spannend. Man kann beim Lesen kaum glauben, dass es sich hierbei um ein vor mehr als 150 Jahren geschriebenes Buch handelt, denn Der Graf von Monte Christo besticht durch eine klare Sprache, die keineswegs antiquiert wirkt, und durch Protagonisten, die authentisch und realistisch wirken. Zwischendurch gab es beim Lesen jedoch immer wieder Episoden, die ich als zu langatmig und ausschweifend empfand, so dass ich zukünftigen Lesern eher eine gekürzte Version ans Herz legen möchte, und die ungekürzte Ausgabe lediglich Liebhabern der Geschichte mit viel Geduld und Durchhaltevermögen empfehlen kann.

Alexandre (d.Ä.) Dumas: Der Graf von Monte Christo. Aus dem Französischen von Meinhard Hasenbein. Insel Verlag, 2004, 1200 Seiten; in dieser Ausgabe vergriffen.

Dieser Post ist Teil des Frankreich-Themas im Juli 2017.

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